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Nach Zwangsexmatrikulation im Ausland weiter studieren? Das sind deine Möglichkeiten

  • 10/03/2021

  • Category: Studentenleben

Kaum ein Student weiß nicht, was das Wort Zwangsexmatrikulation bedeutet. Ob durch nicht bestandene Prüfungen, Ärger mit der Krankenkasse oder finanzielle Engpässe mit den Semestergebühren: Mit einer Zwangsexmatrikulation ist dein Studium von heute auf morgen beendet. Und damit auch die Chance, diesen Studiengang in Deutschland wieder aufzunehmen. Gerade für Studiengänge wie Medizin, Jura oder Pharmazie ist dein Berufsweg in dieser Branche eigentlich vorbei. Aber nicht ganz. Falls du wirklich vorhast, dein Ziel trotz Zwangsexmatrikulation weiter zu verfolgen, hast du noch eine letzte Option: Das Studium im Ausland

Landkarte mit markierter Route, im Hintergrund der Blick aus dem Auto auf die Straße

Zugegeben, nach einer Zwangsexmatrikulation steht sowieso schon viel Papierkram an. Neben den ganzen Versicherungen klopft manchmal auch das Wohnheim an die Türe und BAföG oder elterliche Förderung fällt sowieso flach. In diesem Chaos deinen Berufswunsch auf Kurs zu halten und dich nach einem passenden Studium im Ausland zu erkundigen, erfordert einiges an Organisation und Disziplin. Deswegen findest du hier nicht nur Tipps, wie du im Ausland ein neues Studium aufnehmen kannst, sondern auch wie du in dieser schwierigen Zeit mit Erfolgsdruck, finanziellen Schwierigkeiten und Selbstzweifeln umgehst. Denn eins ist klar: Wenn dein Studium das ist, was du machen möchtest, dann lohnt sich auch der Weg über den einen oder anderen Berg. Oder ins Ausland.

Aber an was genau musst du eigentlich alles denken, wenn du dich nach einer Zwangsexmatrikulation nach neuen Möglichkeiten erkundigst? Welche Hürden kommen auf dich beim Schritt ins Ausland zu? Wie sieht es mit besonders beliebten Studiengängen im Ausland aus? Wäre vielleicht auch ein Fernstudium die einfachere Variante und wie schaffst du es überhaupt, in diesem ganzen Wirbelsturm den Überblick zu behalten? Tipps und Tricks rund um diese Fragen erfährst du hier. So wird das negative Erlebnis Zwangsexmatrikulation vielleicht zum Startschuss für einen spannenden neuen Lebensabschnitt im Ausland.

Zwangsexmatrikulation: Die wichtigsten Schritte zuerst

Bevor du dich nach einer Zwangsexmatrikulation direkt auf die Suche nach weiteren Möglichkeiten im Ausland machst, müssen grundlegende Punkte geklärt werden. Häufig liegt der Grund für eine Zwangsexmatrikulation entweder in finanziellen Engpässen oder auch Überforderung durch Prüfungen. Damit dir der zweite Einstieg im Ausland gelingt, sollten diese Problemstellen aktiv angegangen werden.

  • Klärung der finanziellen Situation. Wo bestehen vielleicht noch Kredite oder Schulden? Wie sieht dein finanzieller Bedarf mindestens im nächsten halben Jahr aus? Hast du Möglichkeiten, Geld für dein Studium im Ausland zurück zu legen?
  • Meldung der Zwangsexmatrikulation an Versicherung. Um hohe Nachzahlungen zu vermeiden, solltest du bei allen Tarifen, insbesondere deiner Krankenversicherung, den geänderten Status unmittelbar mitteilen.
  • Anträge auf Grundsicherung. Falls du nach einer Zwangsexmatrikulation nicht direkt im Anschluss eine Beschäftigung hast, kannst du Anspruch auf Arbeitslosengeld II beantragen. Der Ansprechpartner dafür ist das Jobcenter an deinem Wohnort.
  • Möglichkeiten zur (fachspezifischen) Überbrückung). Eine gute Möglichkeit, um die Folgen einer Zwangsexmatrikulation positiv zu nutzen, ist eine Teilzeitstelle in einem verwandten Bereich deines Studienganges, um vor dem Studium im Ausland möglichst viele Erfahrungen zu sammeln. Auch dein Sparschwein freut sich.
  • Beratung, Coaching oder Mentoring. Dafür musst du meistens nicht einen Cent investieren, denn häufig bieten Universitäten auch für dich nach einer Zwangsexmatrikulation Beratungen an. Gerade wenn du Prüfungen nicht bestanden hast oder sogar mentale Gründe für die Zwangsexmatrikulation vorliegen, lohnt sich ein fachkundiger Gesprächspartner.

Diese Punkte hören sich nach einer Menge Arbeit an. Kannst du nicht einfach alles hinter dir lassen und mit deinem Studium im Ausland voll durchstarten? Hier gilt: Das eine tun, das andere nicht lassen. Bau dir eine solide Basis auf, damit du deinen Studiengang im Ausland erfolgreich beenden wirst.

Studium im Ausland: 4 erste Schritte

Wenn du ersten Folgen der Zwangsexmatrikulation gemeistert hast, wird es Zeit, sich konkret nach deinen Möglichkeiten für ein Studium im Ausland umzuschauen. Dabei lohnt es sich, systematisch und gründlich vorzugehen, um die bestmögliche Entscheidung zu treffen.

 

#1 Studiengang finden: So triffst du eine Auswahl

Falls du nicht gerade Jura oder Medizin studiert hast, gibt es zu deinem Studiengang viel mehr verwandte Fächer, als du auf den ersten Blick vielleicht erkennst. Deswegen solltest du eine Übersicht der passendsten Möglichkeiten zusammenstellen und pro Studiengang eine Pro-Contra-Liste anfertigen. Dabei sind Punkte wie Studiengangslänge, Schwerpunktfächer, berufliche Aussichten in Deutschland und Bekanntheitsgrad sehr wichtig.

#2 Europa, USA oder sogar Down Under? Die wichtigsten Faktoren

Es hört sich vielleicht verlockend an, in Deutschland die Segel zu streichen und unter kalifornischer Sonne mit einem Studium neu anzufangen. Allerdings vergeht dir bei der Rechnung für die Studiengebühren sehr schnell die gute Laune. Deswegen solltest du genau auswählen, wohin es dich nach deiner Zwangsexmatrikulation verschlägt, wobei Faktoren wie Finanzierung, Fremdsprachenkenntnisse, Reisemöglichkeiten und Unterbringungskosten beachtet werden müssen.

#3 Auswahlverfahren für den Studiengang im Ausland

Die gute Nachricht an dieser Stelle lautet: Selbst, wenn du in Deutschland aufgrund einer Zwangsexmatrikulation für einen Studiengang gesperrt bist, gilt das nicht für denselben Studiengang im Ausland. Allerdings ist das kein Freifahrtschein: Manchmal gelten hier sogar strengere Zulassungsbeschränkungen als in Deutschland. Informiere dich daher gründlich über deine Chancen, damit dein Aufwand zuletzt mit einer Zulassung belohnt wird.

#4 Finanzierungsmöglichkeiten: Kannst du das schaffen?

Wenn du den passenden Studiengang gefunden hast und auch eine Entscheidung für das Land positiv ausgefallen ist, geht es jetzt konkret an die Planung. Dazu gehört vor allem, das finanzielle Gerüst auf sichere Beine zu stellen. Besonders interessant könnten für dich Stipendienprogramme sein, da es gerade für ein Studium im Ausland oft mehr Angebote, als Bewerber gibt. Aber auch BAföG ist unter bestimmten Bedingungen eine vorteilhafte Option.

Fernstudium, Auslandsstudium oder aufgeben? Deine Entscheidung!

Nach einer Zwangsexmatrikulation trotzdem weiter zu machen und den Traumberuf selbst mit einem Studium im Ausland zu verwirklichen, erfordert einiges an Mut, Durchhaltevermögen und Selbstdisziplin. Allerdings kannst du bei diesem Risiko auch viel gewinnen. Viele erfolgreiche Absolventen beschreiben die Zeit des Auslandsstudiums als besonders wertvolle Erfahrung, die auf den zweiten Blick niemand mehr missen würde.

Falls du noch mit dem Gedanken spielst, dieses Vorhaben anzugehen, ist besonders ein Tipp wichtig: Lass dir Zeit. Es schadet nie, nach einer Zwangsexmatrikulation erstmal einige Zeit zu arbeiten, Geld und Erfahrungen zu sparen wonach du einfacher wieder durchstarten kannst.

Sollte ein Studium im Ausland aus familiären, finanziellen oder persönlichen Gründen nicht realisierbar sein, kannst du dich immer noch nach einem Fernstudium erkundigen. Allerdings hast du hier – jedenfalls innerhalb Deutschlands – mit Beschränkungen aufgrund der Zwangsexmatrikulation zu rechnen. So oder so: Viel Erfolg!