Arbeiten als Au-pair

Kategorie: Jobsuche

Nach dem Schulabschluss ins Ausland. Das gehört für viele inzwischen fast zum guten Ton. Kein Wunder, denn auf die eigenen Beine gestellt, lassen sich viele Fähigkeiten und Stärken entwickeln, die in der Heimat noch unentdeckt geblieben sind. Das eine oder andere Au-pair kommt mit völlig neuen Ideen und Ansätzen wieder zurück und bringt neben einer Menge Erfahrungen auch einen ganzen Rucksack voller Selbstvertrauen mit nach Hause. Dabei ist das Konzept Au-pair nicht neu: Kindermädchen nannte man das früher, allerdings hatte das weniger mit reisen zu tun, als mit einer Lebensaufgabe.

Aber auch im 21. Jahrhundert ist die Nanny so beliebt wie selten zuvor. Im Idealfall profitieren nämlich alle davon. Die gestressten Eltern, die durch ein Au-pair im Alltag unterstützt werden. Die Kinder, die durch das Au-pair neue Kulturen und Sprachen kennenlernen. Und letztlich auch das Au-pair selber, das einen Aufenthalt im Ausland zum Nulltarif bekommt und sich damit alle Sprachkurse sparen kann. Hört sich fast zu gut an, um wahr zu sein. Tatsächlich geht das Konzept Au-pair nicht immer auf. Negative Erfahrungsberichte, Ausnutzung als billige Arbeitskraft und anstrengende Gastfamilien: Es gibt viele Faktoren, die deine Arbeit als Au-pair beeinflussen können. Wie kannst du also herausfinden, ob du als Au-pair geeignet bist und wo du dich wohlfühlen wirst?
Auf diese Frage gibt es massenweise Tipps und gute Ratschläge. Einer der Dreh- und Angelpunkte für deinen gelungenen Einsatz als Au-pair nennt sich Vorbereitung. Nur wenn du weißt, was du willst und was du kannst, findest du auch die passende Gastfamilie im Ausland. Hier erfährst du deswegen, welche Stärken du als Au-pair mitbringen solltest, ob sich eine Agentur lohnt, wie du deine Gastfamilie im Vorhinein gut einschätzen kannst und welche roten Flaggen dir signalisieren, besser weiter zu suchen. So bewegst du dich in einem sicheren Rahmen für dein Jahr im Ausland als Au-pair.

Au-pair im Ausland: Top oder Flop

Du hast in deinem Leben Kinder nur aus der sicheren Entfernung von mehreren Kilometern bestaunt? Windeln wechseln fällt bei dir ungefähr in dieselbe Kategorie wie eine leidige Sommergrippe? Du befragst Google, wie man Kleinkinder im Supermarkt beruhigt? Dann gehörst du nicht unbedingt zu den Traum-Au-pairs, die sich deine Gastfamilie vielleicht wünscht. Aber keine Angst, als Au-pair gilt es nicht, von Anfang an die Super-Nanny zu spielen. Wichtiger ist es, die folgenden Eigenschaften mitzubringen:

  • Zuverlässigkeit. Du hältst dich generell an Absprachen, bist pünktlich bei Verabredungen und nimmst Aufgaben ernst? Dann hast du eine wichtige Voraussetzung, um dich in deiner Gastfamilie wohl zu fühlen.
  • Organisationstalent. Das eine Kind muss zur Schule, das andere zum Kindergarten, nachmittags steht ein Hobby auf dem Plan, aber auch der Arztbesuch muss noch irgendwie geschafft werden. In einer Familie ist immer etwas los. Damit du als Au-pair deinen Gasteltern hilfst, solltest du den Überblick behalten.
  • Flexibilität. Mit Kindern langfristig zu planen, ist ein Ding der Unmöglichkeit. Immer kommt etwas dazwischen oder ein Vorhaben muss verschoben werden. Als Au-pair solltest du dich flexibel auf unterschiedlichste Situationen einstellen können.
  • Kreativität. Kinder zu beschäftigen, ist eine Wissenschaft für sich. Gerade an Orten, die vielleicht nicht gerade viele Freizeitmöglichkeiten bieten, musst du selbst kreativ werden. Ob Basteln, Sport oder andere Spiele: Beschäftigung ist wichtig.
  • Verantwortungsbewusstsein. Als Au-pair bist du zeitweise alleine für die Kinder deiner Gastfamilie zuständig. Das ist eine hohe Verantwortung. Du solltest in der Lage sein, mögliche Gefahren abzuschätzen und immer die Sicherheit deiner Schützlinge im Auge behalten.

Auch wenn du bisher wenig Erfahrungen mit Kindern gemacht hast, ist das kein Ausschlusskriterium für deinen Einsatz als Au-pair im Ausland. Die genannten Eigenschaften helfen dir dabei, auch als unerfahrene Au-pair alle Herausforderungen zu meistern und dich schnell in der Gastfamilie einzufinden.

Zur Jobbörse

Agenturen für Au-pairs: So findest du die richtige

Du hast dich bei den Eigenschaften wiedergefunden und kannst dir vorstellen, eine Zeit im Ausland als Au-pair zu verbringen? Dann gilt es jetzt, die richtige Agentur zu finden. Aber warum brauchst du eigentlich eine Agentur? Tatsächlich werden viele Au-pairs auch privat ins Ausland vermittelt. Allerdings birgt dieses Vorgehen mehrere Risiken:

  • Fehlende Erfahrungsberichte. Wenn du dich privat als Au-pair vermitteln lässt, weißt du fast nichts über deine Gastfamilie, außer den Informationen, die du aus persönlichen Gesprächen erhalten hast. 
  • Mangelnde Beratung. Eine Agentur bietet im Vorhinein Sprachkurse an, vernetzt die Au-pairs vor Ort miteinander und geht gemeinsam mit dir die ersten Schritte im Ausland. So erhältst du ein solides Netzwerk aus wichtigen Kontakten.
  • Keine Betreuung vor Ort bei Schwierigkeiten. Sollten bei deiner Gastfamilie Schwierigkeiten auftreten, kannst du nur auf deine heimatlichen Kontakte zurückgreifen, die dir aus der Ferne selten helfen können.
  • Sozialer Druck. Als Au-pair in befreundeten Familien zu arbeiten, kann besonders in schwierigen Situationen Druck auslösen. Schließlich stellst du damit nicht nur deine Anstellung aufs Spiel, sondern auch andere Verbindungen.

Selbstverständlich müssen diese Punkte nicht zutreffen. Insbesondere länger befreundete Familien oder sehr gute Bekannte machen oft gute Erfahrungen mit Au-pairs. Trotzdem bleibt ein großes Restrisiko, dass du bei einer unabhängigen Betreuung zumindest minimierst. Aber auch bei einer Agentur solltest du auf einige Kriterien achten. Positive Erfahrungsberichte, professionelle Abläufe, geschulte Mitarbeiter und Kontakte zu den anderen Au-pairs sind wichtige Kriterien.

Top 5 der roten Flaggen: Mach dich auf die Suche

Wenn du dich jetzt auf die Suche nach einer passenden Agentur gemacht hast und vielleicht sogar schon die ersten Kontakte bekommen hast, dann geht es um die Entscheidung. Und genau das ist manchmal gar nicht so einfach. Vielleicht ist das Land wunderschön, die Lage ideal und auch die Sprache passt. Aber irgendetwas stimmt einfach nicht. Die folgenden fünf roten Flaggen zeigen dir, was das sein könnte. Trotzdem ist es keine ausschließliche Liste. Im Zweifelsfall gilt: Lass dich beraten und hol dir verschiedene Meinungen ein.

#1 Hohe Gebühren, wenig Service
Selbstverständlich leben die Agenturen von ihren Honoraren. Aber genau wie bei einer guten Dienstleistung solltest du für dein Geld auch einiges erwarten können. Am besten vergleichst du mehrere Agenturen miteinander. Unabhängige Erfahrungsberichte, am besten über persönliche Kontakte, sind Gold wert.

#2 Wenig Informationen zu deiner Gastfamilie
Zwei verwackelte Bilder, ein kurzes Telefonat und schon sollst du die Koffer packen? Das ist keine gute Idee. Vor dem Abflug solltest du das Gefühl haben, zu wissen, worauf du dich einlässt. Dazu gehören Hintergrundinformationen, vielleicht ein Vorstellungsvideo, ein Gespräch über Skype und auch die Offenlegung eventueller Schwierigkeiten.

#3 Beschränkung der Kontaktpersonen
Im Idealfall solltest du als angehende Au-pair mit allen Familienmitgliedern Kontakt haben, bevor du dich für deine Zeit als Au-pair entscheidest. Nur so weißt du, ob die gesamte Familie deine Mitarbeit begrüßt und ob du mit allen warm werden wirst. Letztlich ist dieses Vorgehen auch ein Schutz, um dich von kriminellen Angeboten fernzuhalten.

#4 Mangelnde Vorbereitung
Deine Agentur sollte immer deine bestmögliche Vorbereitung im Auge haben, damit du vor Ort eine positive Erfahrung machst. Sprachtests, Lebensläufe und auch eventuelle Vorbereitungskurse sind zwar zeitaufwendig, zeigen dir aber, dass du an der richtigen Stelle gelandet bist.

#5 Das berühmte Bauchgefühl
Letztlich arbeitest du als Au-pair im direkten Umfeld einer Familie. Aus deinem eigenen Umfeld weißt du: Das muss einfach passen. Falls alles andere stimmt, entscheidet also final dein Bauchgefühl. Dazu gehören auch gemeinsame Interessen mit der Gastfamilie, identische Werte und Essgewohnheiten. Lass dir lieber mehr Zeit und finde den richtigen Platz, auch wenn es ein bisschen dauert.

Hinweis: Unsere Artikel richten sich an alle Geschlechter. Für eine leichtere Lesbarkeit verwenden wir jedoch das generische Maskulinum. Deine stellenwerk-Redaktion.


Du bist auf der Suche nach einem Studenten- oder Absolventenjob? Zu unseren Jobbörsen auf den stellenwerk-Portalen geht es hier:

Jobs in: Berlin | Bochum | Bonn-Rhein-Sieg | Darmstadt | Dortmund | Düsseldorf | Erlangen-Nürnberg | Göttingen | Hamburg | Koblenz-Landau | Köln | Lübeck | Mainz | Stuttgart


Über die Autorin: Sofia Nelles ist waschechte Digital Native und Masterstudentin an der HAW Hamburg. Sie ist begeistert von fertigen To-Do-Listen, gutem Wetter in Hamburg und Out-of-the-Box Ideen.